Eine Startseite in unserer Vorarlberg-Messung überträgt 27,9 Megabyte, bis sie fertig geladen ist. Das ist mehr als ein abendfüllender Film in mittlerer Qualität — für eine Seite, auf der ein Betrieb sagt, was er macht und wie man ihn erreicht.
Sie ist ein Ausreißer. Aber sie ist kein Einzelfall in dem Sinn, den man sich erhofft: Von den 83 messbaren Seiten liegen 19 über 3 MB, 15 über 5 MB und 8 über 10 MB. Der Median liegt bei 1,5 MB.
Wo das Gewicht fast immer herkommt
Es sind die Fotos. Nicht der Code, nicht das Design, nicht „zu viele Funktionen“ — die Bilder.
Der Weg dorthin ist völlig nachvollziehbar und passiert in den besten Betrieben: Jemand macht mit dem Handy oder der Spiegelreflex gute Fotos von der Werkstatt, dem Gastgarten, den fertigen Arbeiten. Die Dateien haben, so wie sie aus der Kamera kommen, gern 4 bis 8 Megabyte pro Stück. Sie werden hochgeladen, wie sie sind. Zehn davon auf der Startseite, und die Rechnung geht auf.
Am Bildschirm sieht man davon nichts. Das Foto wird auf Anzeigegröße heruntergerechnet und wirkt tadellos. Übertragen wird trotzdem die volle Datei.
Das Bild sieht am Bildschirm gleich aus. Der Unterschied liegt in der Leitung, nicht im Auge.
Die Spannweite ist das eigentlich Interessante
Die leichteste gemessene Startseite kommt mit 0,1 MB aus. Die schwerste mit 27,9. Das ist nicht der Unterschied zwischen einer schlichten und einer schönen Seite — beide Enden dieser Spannweite sehen aus wie normale Firmen-Websites.
Ein Viertel der Stichprobe liegt bei 1 MB oder darunter. Es geht also, und zwar mit Fotos. Der Unterschied ist, ob die Bilder vor dem Hochladen einmal durch eine Aufbereitung gelaufen sind: passende Größe, moderner Bildtyp, und Bilder weiter unten erst laden, wenn jemand hinscrollt. Das ist Handwerk, das man einmal macht.
Was wir dazu sagen dürfen — und was nicht
In derselben Messung liegt der Ladezeit-Median der Seiten über 3 MB bei rund 15,6 Sekunden, der von Seiten bis 1 MB bei rund 3,3 Sekunden. Das ist ein beobachteter Unterschied in dieser Stichprobe, gemessen am selben Tag mit demselben Werkzeug.
Es ist ausdrücklich kein Beweis, dass das Gewicht die Ladezeit verursacht — dafür müsste man an einer einzelnen Seite etwas ändern und neu messen, und genau das haben wir hier nicht getan. Es ist auch keine Aussage über einen bestimmten Betrieb: eine schwere Seite auf einem sehr guten Server kann schneller sein als eine leichte auf einem schlechten.
Und es ist keine Umsatzaussage. Wir haben Kilobyte gemessen, keine Anfragen. Wer Ihnen sagt, wie viele Kunden Ihnen ein Megabyte kostet, hat das nicht gemessen.
Was ein Betrieb selbst prüfen kann
Ohne Werkzeug und ohne uns: Rufen Sie Ihre eigene Startseite am Handy auf, im Mobilfunknetz, nicht im WLAN der Firma. Am besten unterwegs, nicht im Ort mit dem guten Empfang. Was Sie dort sehen, ist das, was ein Kunde sieht — und es hat mit dem Eindruck am Bürorechner oft wenig zu tun.
Wenn Sie es genauer wissen wollen: Der Wert steht in jedem kostenlosen Ladezeit-Test, meist als „Gesamtgröße“ oder „Total Byte Weight“. Alles über 3 MB ist ein Hinweis auf unbearbeitete Bilder, nicht auf ein kompliziertes Problem.
Wie wir gemessen haben
Damit man es nachrechnen kann. Quelle der Stichprobe: die öffentlichen Branchenlisten auf firmen.wko.at, je Branche und Bezirk die erste Seite. 16 Branchen — Tischler, Elektrotechnik, Installateure, Maler, Dachdecker, Baumeister, Kfz-Technik, Friseure, Gasthäuser, Hotels, Bäckereien, Physiotherapie, Zahnärzte, Steuerberater, Gärtner, Metalltechnik — mal 4 Bezirke, erhoben am 12. August 2026. Aufgenommen wurde, wer in seinem Eintrag eine Website angibt; Social-Profile, Verzeichnisseiten und Plattform-Schaufenster gelten dabei nicht als Website. 91 Adressen gezogen, 83 gemessen, 8 nicht erreichbar.
Gemessen mit Google Lighthouse im Mobil-Profil, gedrosselt auf 150 ms Latenz, 1,6 Mbit/s und vierfach verlangsamte CPU, ein Lauf je Seite. Das übertragene Gewicht schwankt zwischen Läufen weniger als eine Ladezeit, aber Seiten mit wechselnder Werbung oder rotierenden Bildern können sich unterscheiden. Keine einzelne Zeile ist belastbar — nur die Verteilung.
Bekannte Verzerrung, ungekürzt: Gelesen wurde nur die erste Listenseite je Branche und Bezirk, und es erscheint überhaupt nur, wer das Website-Feld auf WKO ausgefüllt hat. Das ist eine Stichprobe von Vorarlberger Betrieben, DIE AUF WKO EINE WEBSITE ANGEBEN — nie eine Vollerhebung der Region, und nie ein Beleg über Betriebe ohne Website.
Wir nennen keinen einzigen Betrieb, auch nicht den mit den 27,9 MB. Es geht um das Bild, nicht um Namen.
Wie schwer Ihre eigene Startseite ist, sagen wir Ihnen gern — auch dann, wenn nichts zu tun ist. Was beim Bau dazugehört, damit die Frage gar nicht erst entsteht, steht unter Website erstellen lassen.
