Die meisten Menschen sehen Ihre Website nicht zuerst. Sie sehen einen Kasten in der Google-Suche: eine Zeile Überschrift, die Adresse, zwei bis drei Zeilen Text. Über diesen Kasten entscheidet sich, ob jemand klickt. Und in vielen Fällen hat ihn niemand aus dem Betrieb je geschrieben.
Am 12. August 2026 haben wir 91 Websites Vorarlberger Betriebe gemessen. Aus dieser Messung ist ein Artikel über Ladezeiten entstanden. Die Daten enthalten aber mehr, und dieser Teil hat mit Geschwindigkeit nichts zu tun — nur damit, was von einem Betrieb in der Suche ankommt.
24 von 83 überlassen Google das Wort
Bei 24 der 83 messbaren Seiten fehlt die Meta-Description: der kurze Text, der unter dem Suchergebnis steht. Das sind 29 Prozent — knapp jede dritte Seite.
Fehlt sie, bleibt der Kasten nicht leer. Google dokumentiert das selbst so: Wenn keine brauchbare Beschreibung hinterlegt ist, setzt die Suchmaschine einen Ausschnitt aus dem Seiteninhalt zusammen. Manchmal passt der. Manchmal ist es der Cookie-Hinweis, die Navigationsleiste oder ein halber Satz aus dem Impressum.
Das ist kein Fehler im technischen Sinn, und es ist auch keine Katastrophe. Es ist eine verschenkte Zeile — die einzige Stelle, an der ein Betrieb in eigenen Worten sagen könnte, was er macht und wo er ist, bevor jemand überhaupt auf der Seite war.
Es ist die kürzeste Werbefläche, die ein Betrieb hat. Bei knapp einem Drittel füllt sie eine Maschine aus.
Sechs Seiten, bei denen der Browser warnt
Sechs der 83 Seiten waren über eine gesicherte Verbindung nicht erreichbar — sieben Prozent. Wer sie aufruft, bekommt zuerst eine Warnseite: ein rotes Dreieck, das Wort „Nicht sicher“, und einen Knopf, den man drücken muss, um trotzdem weiterzugehen.
Zwischen dem Kunden und dem Betrieb steht damit ein Bildschirm, der aussieht, als sei etwas faul. Ein Zertifikat kostet heute nichts und ist eine Sache von Minuten. Es ist der billigste Punkt auf dieser ganzen Liste.
Und acht Seiten konnten wir gar nicht öffnen
Von den 91 gezogenen Adressen ließen sich acht nicht messen. Die Gründe, zusammengefasst: dreimal blieb der Browser auf einer Warnseite stehen, einmal baute sich überhaupt nichts auf, einmal wurde die Verbindung als unsicher abgewiesen, einmal war es keine HTML-Seite, zweimal scheiterte der Aufruf.
Diese acht bleiben im Nenner jeder Prozentzahl in diesem Artikel. Sie herauszurechnen hätte genau die schwächsten Seiten entfernt und jede Quote geschönt.
In der WKO-Liste steht bei allen achten eine Website. Wer dort nachschaut und die Adresse eintippt, landet nirgends.
Die Grundlagen sitzen — das ist der andere Teil des Bildes
Es wäre unehrlich, nur die drei schlechten Zahlen zu zeigen. Lighthouse vergibt für die Suchmaschinen-Grundlagen einer Seite einen eigenen Wert: Titel, Beschreibung, Statuscode, Verlinkung, Lesbarkeit, Zugänglichkeit. Der Median dieser Stichprobe liegt bei 92 von 100. 67 der 83 Seiten liegen bei 90 oder darüber, 33 bei glatten 100. Genau eine Seite sperrt Suchmaschinen aktiv aus.
Das Bild ist also nicht „alles kaputt“. Es ist: bei den meisten sitzt das Handwerk, und bei einem knappen Drittel fehlt genau die eine Zeile, die den Unterschied zwischen einem gepflegten und einem zufälligen Sucheintrag ausmacht.
Was das heißt — und was ausdrücklich nicht
Was es heißt: Diese drei Punkte sind an einem Nachmittag erledigt. Eine Beschreibung je Seite, ein Zertifikat, ein Aufruf der eigenen Adresse von einem fremden Gerät. Nichts davon ist ein Projekt.
Was es nicht heißt: Wir behaupten nicht, dass eine Meta-Description Ihnen Kunden bringt oder Ihre Position in der Suche verändert. Wir haben Text, Zertifikate und Erreichbarkeit gemessen — keine Klicks, keine Anfragen, keine Umsätze. Wer Ihnen dafür eine Zahl nennt, hat sie nicht gemessen.
Und es heißt ausdrücklich nicht, dass „29 Prozent der Vorarlberger Betriebe“ irgendetwas tun oder lassen. In dieser Stichprobe sind ausschließlich Betriebe, die im WKO-Verzeichnis eine Website angegeben haben.
Wie wir gemessen haben
Damit man es nachrechnen kann. Quelle der Stichprobe: die öffentlichen Branchenlisten auf firmen.wko.at, je Branche und Bezirk die erste Seite. 16 Branchen — Tischler, Elektrotechnik, Installateure, Maler, Dachdecker, Baumeister, Kfz-Technik, Friseure, Gasthäuser, Hotels, Bäckereien, Physiotherapie, Zahnärzte, Steuerberater, Gärtner, Metalltechnik — mal 4 Bezirke, erhoben am 12. August 2026. Aufgenommen wurde, wer in seinem Eintrag eine Website angibt; Social-Profile, Verzeichnisseiten und Plattform-Schaufenster gelten dabei nicht als Website. 91 Adressen gezogen, 83 gemessen, 8 nicht erreichbar.
Gemessen mit Google Lighthouse im Mobil-Profil, ein Lauf je Seite. Die Werte in diesem Artikel — Beschreibung vorhanden, Verbindung gesichert, Seite erreichbar — sind Ja/Nein-Prüfungen und schwanken zwischen Läufen nicht so wie eine Ladezeit.
Bekannte Verzerrung, ungekürzt: Gelesen wurde nur die erste Listenseite je Branche und Bezirk, und es erscheint überhaupt nur, wer das Website-Feld auf WKO ausgefüllt hat. Das ist eine Stichprobe von Vorarlberger Betrieben, DIE AUF WKO EINE WEBSITE ANGEBEN — nie eine Vollerhebung der Region, und nie ein Beleg über Betriebe ohne Website.
Wir nennen keinen einzigen Betrieb. Nicht in diesem Artikel, nicht auf Anfrage, nirgends. Es geht um das Bild, nicht um Namen.
Wenn Sie wissen wollen, wie Ihr eigener Eintrag aussieht: Wir sehen nach und sagen es Ihnen — auch dann, wenn nichts zu tun ist. Was wir darüber hinaus laufend in Ordnung halten, steht auf der Seite zur Auffindbarkeit.
