Warum wir das gemessen haben
Über Ladezeiten schreiben alle. Belege dafür, wie es hier aussieht, hat niemand — und wir haben es satt, in eigenen Texten Zahlen von amerikanischen Konzernen aus dem Jahr 2006 zu zitieren, wenn wir Betriebe aus dem Walgau, dem Rheintal und dem Bregenzerwald meinen.
Also haben wir nachgemessen. Am 12. August 2026 haben wir 91 Websites Vorarlberger Betriebe aufgerufen, die ihre Adresse öffentlich im WKO-Firmenverzeichnis stehen haben — Tischler, Elektriker, Installateure, Gasthäuser, Hotels, Werkstätten, Ordinationen, Kanzleien, verteilt über alle vier Bezirke. 83 davon ließen sich messen.
Wir nennen keinen einzigen Betrieb. Nicht in diesem Artikel, nicht auf Anfrage, nirgends. Es geht um das Bild, nicht um Namen — Vorarlberg ist zu klein für alles andere.
Das Ergebnis in einer Zahl
Der Median liegt bei 6.460 Millisekunden. So lange dauert es auf einem mobilfunk-typischen Anschluss, bis das größte Element der Startseite sichtbar ist.
Googles Grenze für „gut“ liegt bei 2.500 Millisekunden. 89 % der gemessenen Seiten liegen darüber. 77 % liegen über vier Sekunden. 26 Seiten brauchen länger als zehn.
Die schwerste Startseite im Datensatz lädt über 25 Megabyte. Das ist keine Website mehr, das ist ein Download.
Der eigentliche Befund: die Grundlagen sitzen, das Gewicht nicht
Die technischen Grundlagen sind in dieser Stichprobe weitgehend in Ordnung. Lighthouse vergibt dafür einen eigenen Wert — Titel, Beschreibung, Statuscode, Verlinkung, Lesbarkeit, Zugänglichkeit für Suchmaschinen. Der Median liegt bei 92 von 100. 67 der 83 Seiten liegen bei 90 oder darüber, 33 Seiten bei glatten 100. Genau eine Seite sperrt Suchmaschinen aktiv aus.
Was nicht in Ordnung ist: dieselben Seiten schleppen im Median 1,5 MB mit, fast ein Viertel über 3 MB. Der Unterschied ist nicht Design — er ist Gewicht.
Die Grundlagen sitzen fast überall. Ans Handynetz hat fast niemand gedacht.
Sieben Prozent haben kein funktionierendes HTTPS
Sechs der 83 Seiten waren über eine gesicherte Verbindung nicht erreichbar. Der Browser zeigt dann eine Warnung, bevor irgendetwas von der Firma zu sehen ist. Das ist kein Ranking-Detail — das ist ein rotes Dreieck zwischen einem Kunden und einem Betrieb.
Bei 29 % fehlt die Meta-Description: der Text, den Google unter dem Suchergebnis anzeigt. Fehlt er, schreibt Google selbst etwas hin. Das ist keine Katastrophe, aber es ist eine Entscheidung, die man verschenkt.
Und wir?
Faire Frage. Unsere eigenen Seiten messen wir mit demselben Werkzeug. Stand 16. August 2026, alle 26 Seiten, Median aus fünf Läufen: Performance 90 bis 100, der LCP-Median liegt bei 1,8 Sekunden.
Besser als der Median der Stichprobe — und inzwischen unter Googles Grenze. Mit einer Ausnahme: unsere eigene Insights-Übersicht liegt mit rund 3 Sekunden darüber, weil dort die Vorschaubilder das größte Element sind. Wir sind da nicht fertig, und wir sagen das lieber selbst, als es uns sagen zu lassen.
Was das heißt — und was ausdrücklich nicht
Was es heißt: Wenn Ihre Seite am Handy in drei Sekunden steht, sind Sie in dieser Stichprobe im obersten Fünftel. Das ist ein niedriger Preis für einen Vorsprung.
Was es nicht heißt: Wir haben Ladezeiten gemessen, keine Umsätze. Niemand hier weiß, ob eine schnellere Seite Ihnen mehr Kunden bringt — wir haben es nicht gemessen und behaupten es nicht. Und die Stichprobe sagt nichts über Betriebe ohne Website: Wer im WKO-Verzeichnis keine angibt, ist hier gar nicht drin.
Wie wir gemessen haben
Damit man es nachrechnen kann. Quelle der Stichprobe: öffentliche Branchenlisten auf firmen.wko.at, je Branche und Bezirk die erste Seite, 16 Branchen mal 4 Bezirke, erhoben am 12. August 2026. Aufgenommen wurde, wer im Eintrag eine Website angibt. Social-Profile und Verzeichniseinträge zählen nicht als Website.
Gemessen mit Google Lighthouse, Mobil-Profil, gedrosselt auf 150 ms Latenz, 1,6 Mbit/s und vierfach verlangsamte CPU — ein Lauf je Seite. Für unsere eigenen Seiten nehmen wir den Median aus fünf Läufen; bei 91 fremden Seiten war das nicht zu machen. Ein Einzellauf schwankt um rund zehn Prozent. Deshalb ist keine einzelne Messung belastbar, nur die Verteilung — und deshalb steht in diesem Artikel kein einziger Wert zu einer einzelnen Seite.
Acht Seiten ließen sich nicht messen: Zertifikatswarnung, kein Seitenaufbau, Zeitüberschreitung. Sie bleiben im Nenner. Sie herauszunehmen hätte genau die schwächsten Seiten entfernt und jede Zahl in diesem Artikel besser aussehen lassen.
Wenn Sie wissen wollen, wo Ihre eigene Seite in dieser Verteilung steht: Wir messen sie mit demselben Werkzeug und sagen Ihnen den Wert — auch dann, wenn er gut ist. Was ein Neubau kostet und wie lange er dauert, steht vorher auf der Seite zum Website-Bau.
